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Suppenküche bietet schon zehn Jahre lang ganzjährig Essen und Hilfen an

Komplett ehrenamtlich wurden seit der Gründung 40 000 Stunden Zeit geschenkt

Gut besucht war am Donnerstagnachmittag die Jahreshauptversammlung des Vereins „Suppenküche Klosterstüble“. Im Mittelpunkt der Berichte stand die Feier zum zehnjährigen Bestehen im November des letzten Jahres. Noch in bester Erinnerung steht die Festrede des ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel. Etwa 180 Besucher der Jubiläumsfeier vernahmen die sehr zu Herzen gehenden Worte des Politikers. Mit der ganzjährigen Suppenküche gehöre Bad Waldsee zu den Pionieren in Baden-Württemberg. „Das Gleichnis vom ‚Barmherzigen Samariter‘ wird in Bad Waldsee lebendig“, so damals unter großem Beifall der Festredner.

Einunddreißig Mitglieder und Gäste vernahmen vom Vorsitzenden Rudi Heilig interessante Fakten und Zahlen. Woche für Woche, von Montag bis Freitag, wird hier gutes Essen aus der Klosterküche der Franziskanerinnen von Reute geboten. Unverändert seit Gründung der Suppenküche erhalten Personen mit Berechtigungsschein das Essen um zwei Euro. In Sonderfällen gibt es das Menü auch gratis. Tee ist kostenfrei, eine Tasse fair gehandelter Kaffee gibt es um 50 Cent. Gerne gesehen sind auch Normalzahler. Etwa ein Drittel der Gäste kann den regulären Preis von fünf Euro gut bezahlen.  Mit der Devise „Gut und günstig, schnell und mit Herz“ wird ab 11.30 Uhr serviert. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, es kann auch nachgeordert werden.

Die Arbeit in der Suppenküche erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Neben sieben Männern engagieren sich dreißig Frauen in der sozialen Einrichtung. Für zwei ausscheidende Helferinnen (Gertrud Demmer und Maylinda Schellhorn) stehen jetzt auch Inge Funk, Lydia Ettenhofer, Regina Hesse, Juljeta Kerimoska, Daniela Schiller und Simone Lülfing in den Reihen der Aktiven. Mit  über 6500 ausgegebenen Menüs hat sich die Anzahl gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent erhöht. Von Rudi Heilig kam hier großes Lob an die fleißigen Helferinnen und Helfer: „In zehn Jahren habt ihr in etwa 40 000 Stunden Menschen in Einsamkeit und Not geholfen, ihr seid die Samariter von Bad Waldsee“.

Beim Kassenbericht standen auch in diesem Jahr die Hilfen für Mitbürger in finanziellen Notlagen in Höhe von 48 000 Euro im Fokus. Einen größeren Teil dieser Summe erstattete neben der SZ-Nothilfe und dem Kloster Reute eine Bad Waldseer Stiftung. Auch die Stadt Bad Waldsee, die katholische Kirchengemeinde,  die solidarische Gemeinde Reute-Gaisbeuren und die kirchliche Kleiderstube beteiligten sich an dieser Finanzierung. Besonders dankbar sind die Verantwortlichen für 85 Spenden von Firmen und Privatpersonen in einer Gesamthöhe von 28 000 Euro. Den ungedeckten Aufwand bei der Essensausgabe in Höhe von 10 000 Euro hat der Krankenpflegeverein „Gelebte Solidarität“ komplett übernommen. Wichtige Finanzierungshilfe kommt Jahr für Jahr vom Versandhaus Walz beim Sponsoring für das „Lädele“. Den sozialen Verein unterstützen derzeit 82 Personen mit einem Jahresbeitrag von 15 Euro.

Klaus Gretzinger verwies im Protokoll auf zahlreiche Begegnungen auf Augenhöhe. So freuen sich viele auf den Nachmittagskaffee am ersten Sonntag im Monat sowie auf den wöchentlichen Spielenachmittag. Auch die seit vielen Jahren angebotene kostenfreie Arztsprechstunde des Allgemeinmediziners Thomas Graeve wird gut angenommen. Die Wahlen brachten Bestätigung für die Amtsinhaber. Somit gehören dem Vorstandsteam weiterhin an: Rudi Heilig und Wolfgang Pfefferle als Vorsitzende, Klaus Gretzinger, Schriftführer, Gertrud Baumann, Uschi Hirsch, Alois Mayer und Hermann Becker als Beisitzer. Einer überwiegend formellen Änderung der Satzung wurde zugestimmt.

In Grußworten von Kerstin Dirlewanger (Caritas), Ulrike Weissenhorn (Diakonie) und Konstantin Eisele (Solidarische Gemeinde) wurde den Verantwortlichen hohe Anerkennung ausgesprochen. Diakon Marcel Görres und Pfarrer Wolfgang Bertl dankten den vielen ehrenamtlich Engagierten. Alfred Maucher lobte auch im Namen von Bürgermeister Weinschenk: „Die Suppenküche hilft da, wo der Staat nicht mehr helfen kann, ohne diese Einrichtung wäre Bad Waldsee ein ganzes Stück ärmer“.

Vor der Mitgliederversammlung stattete das Versandhaus Walz der Suppenküche einen Besuch ab: von links: Vorsitzender Rudi Heilig; von „Walz“ Sonja Simmler, Geschäftsführer Stefan Weychert,  Anita Hausch; von der Suppenküche: Gertrud Baumann und Klaus Gretzinger. (Bild Hartmut Staib)
07. März 2019